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Bundesseminar zum Umgang mit dem Rückfall

Der Rückfall gehört zur Alkoholkrankheit

16.10.2011

"Alles oder nichts? - Zum Umfang mit dem Rückfall" - so lautete der Titel des Kreuzbund-Bundesseminars vom 14. bis 16. Oktober 2011 in Hösbach bei Aschaffenburg. Auch wenn es heißt „Rückfall gehört zur Alkoholkrankeit“, ist es schwierig für die Gruppe, mit einem Rückfall umzugehen. Oft ist sie hilflos oder weiß nicht, wie man einem rückfälligen Weggefährten gegenüber auftreten soll. Es reicht auch nicht aus, wenn wir sagen „Komm wieder zurück zur Gruppe“. Da dieses Thema für mich persönlich und auch in meiner Funktion als Gruppenleiterin sehr wichtig ist, nahm ich an diesem Seminar teil. Hier stellten sich dann die Fragen:

  • Was macht bzw. was kann die Gruppe machen, wenn ein Weggefährte einen Rückfall hatte?
  • Welche Hilfe kann die Gruppe geben? Oder wann ist die Gruppe überfordert?
  • Wie geht die Gruppe mit einem rückfälligen Betroffenen um?

Der Dozent Thomas Cramer, Gruppentherapeut in den Kliniken Wied, hat uns mit seinem sehr guten und verständlichen Vortrag gezeigt, wie schwer es ist, mit dem Rückfall eines Weggefährten angemessen umzugehen und welche Vorboten oder Anzeichen einem Rückfall vorausgehen können. Anhand des „Prozessmodells des Rückfalls“ zeigte uns Herr Cramer auf, wie es von einem ausgeglichen abstinenten Lebensstil zum Rückfall kommen kann und welche Risikosituationen den Ausschlag dafür geben können. In diesem Prozessmodell wird sichtbar, welche Voraussetzungen zur Bewältigung des Rückfalls nötig sind, um die Abstinenz wieder zu erreichen. In Kleingruppen versuchten wir Wege aufzuzeigen, die zu einem Neuanfang nach einem Rückfall führen können.

Weitere wichtige Fragen des Seminars waren:

  • Was erwartet oder was wünscht sich der Betroffene von seiner Gruppe nach seinem Rückfall, wenn er wieder in die Gruppe zurückkommt?
  • Wie möchte er nach dem Rückfall von seiner Gruppe behandelt werden?
  • Wie möchte er nicht behandelt werden?
  • Welche Hilfen benötigt er oder welche möchte er haben?

In einer weiteren Kleingruppenarbeit stellten wir fest, dass diese Fragen durch ein persönliches Gespräch mit der Gruppenleitung oder in den Gruppengesprächen beantwortet werden können.

]Auch wenn ich in meiner langjährigen Trockenheit viele Rückfälle miterlebt habe, war das Thema sehr interessant und hilfreich für mich. Ich bekam viele unterschiedliche Antworten auf meine Fragen, die mir als Gruppenleiterin sehr nützlich sein können. Nicht nur der Dozent Thomas Cramer, sondern auch alle anderen Teilnehmer/-innen, die aus verschiedenen Diözesanverbänden kamen, gaben durch ihre Erfahrungen mit Rückfällen in Gruppen viele Anregungen. Ein Dank an unseren Referenten und an alle Teilnehmer/-innen! Für mich war es ein sehr gutes und informatives Wochenende, denn auch in den Pausengesprächen und am Abend in lockerer Runde wurden viele Erfahrungen ausgetauscht.

Karin Noack, DV Berlin

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