Informationen zu Sucht

Das Suchtproblem in Deutschland

Suchtmittelmissbrauch verursacht enorme Schäden, zum einen für die suchtkranken Menschen selbst, zum anderen für ihre Familien, für die Gesellschaft und die Sozialleistungsträger.

Daten, Zahlen und Fakten:

  • Im Jahr 2025 rauchten 38 Prozent der Männer und 28 Prozent der Frauen ab 18 Jahren, von den 14- bis 17-Jährigen rauchen nur 9,5 Prozent.
  • Ca. 8 Millionen Menschen konsumieren Alkohol in gesundheitlich riskanter Weise. Rund 1,8 Millionen Menschen sind alkoholabhängig.
  • Der Pro-Kopf-Konsum von reinem Alkohol lag im Jahr 2024 bei 10,5 Litern. In den EU-Staaten steht Deutschland damit unverändert an 13. Stelle.
  • Im Durchschnitt konsumieren Jugendliche im Alter von 15 Jahren das erste Mal Alkohol.
  • Im Jahr 2024 sind 2.137 Menschen an den Folgen ihres Konsums illegaler Drogen gestorben, das sind 90 weniger als im Vorjahr.
  • Rund 2,9 Millionen Menschen im Alter ab 18 Jahren haben einen problematischen Medikamentenkonsum, 1,4 Millionen Menschen sind abhängig von Medikamenten, v.a. von Schlaf- und Beruhigungsmitteln.
  • Ca. 1,2 Millionen Menschen im Alter von 18 bis 70 Jahren haben ein problematisches bzw. gestörtes Spielverhalten.

Sucht betrifft das gesamte Umfeld:

  • Rund 8 Millionen Angehörige sind von der Alkoholabhängigkeit eines Familienmitglieds betroffen.
  • 2 bis 3 Millionen Kinder leben in suchtbelasteten Familien. 30 bis 40 Prozent der Kinder alkoholabhängiger Eltern entwickeln selbst eine substanzbezogene Abhängigkeit, ein Drittel zeigt psychische Störungen wie Ängste, Depressionen oder Persönlichkeitsstörungen.
  • Im Jahr 2024 standen bei Verkehrsunfällen 14.920 Beteiligte unter Alkoholeinfluss. Dabei kamen 198 Menschen ums Leben.
  • Im Jahr 2024 standen fast 9 Prozent der Tatverdächtigen in allen Deliktgruppen unter Alkoholeinfluss.
  • Ungefähr 25 bis 30 Prozent aller Arbeitsunfälle sind alkoholbedingt. Im betrieblichen Bereich rechnet man mit 5 bis 10 Prozent alkoholabhängigen Beschäftigten.
  • Im Jahr 2024 wurden rund 60.000 Menschen aufgrund akuten Alkoholmissbrauchs stationär behandelt, die meisten von ihnen waren zwischen 15 und 19 Jahre alt. Die Fallzahlen sind seit 2012 stetig gesunken.
  • 2024 wurden 283.500 Patient*innen wegen einer ausschließlich alkoholbezogenen Diagnose stationär behandelt.
  • Rund 10 Prozent aller durch Behinderungen, Verletzungen oder Krankheiten verlorenen oder beeinträchtigten Lebensjahre werden durch Alkoholkonsum verursacht. Damit ist der Alkoholkonsum nach dem Tabakrauchen und Bluthochdruck der bedeutendste gesundheitliche Risikofaktor.
  • Jährlich gibt es rund 44.000 Todesfälle in Folge von Alkoholkonsum.
  • Pro Jahr sterben rund 130.000 Menschen an den Folgen des Rauchens. Die Zahl der Todesfälle durch Passivrauchen wird auf 3.300 pro Jahr geschätzt.
  • Jährlich werden etwa 4.000 alkoholgeschädigte Kinder geboren (Alkoholembryopathie).
  • Die direkten und indirekten Kosten des Alkoholkonsums liegen pro Jahr bei ca. 57 Milliarden Euro.
  • Die gesamtwirtschaftlichen Kosten des Rauchens belaufen sich pro Jahr auf über 97 Milliarden Euro.

Leistungen des Suchthilfesystems

  • Es gibt 8.000 Selbsthilfegruppen im Suchtbereich, die jährlich von rund 120.000 Menschen besucht werden.
  • Es gibt 1.300 Suchtberatungs- und -behandlungsstellen sowie 500 ambulante und 320 stationäre Therapieeinrichtungen.
  • Im Jahr 2024 sind insgesamt 323.500 ambulante Betreuungen und 38.000 stationäre Behandlungen verzeichnet worden.
  • Alkoholbezogene Störungen sind in ambulanten und stationären Einrichtungen die häufigste Hauptdiagnose, gefolgt von cannabinoidbezogenen Störungen.
  • Eine ambulante Betreuung wird mit durchschnittlich 40 Jahren begonnen, eine stationäre Behandlung mit durchschnittlich 42 Jahren. Die älteste Gruppe sind mit durchschnittlich 47 Jahren Menschen mit alkoholbezogenen Störungen.
  • Die ambulante Behandlung dauert zwischen 8 und 21 Monate, die stationäre Behandlung zwei bis vier Monate.
  • Im ambulanten Bereich enden 69 Prozent der Betreuungen planmäßig, bei stationären Behandlungen sind es 82 Prozent.

Die Zahlen stammen aus dem „Jahrbuch Sucht 2026“ der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen e.V. (DHS).