Informationen zu Sucht
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
In Deutschland gibt es ein flächendeckendes System der Suchtkrankenhilfe. Um eine bestmögliche Behandlung anbieten zu können, arbeiten Selbsthilfegruppen, Beratungsstellen und stationäre Einrichtungen Hand in Hand. Aus mehreren Bausteinen kann jeder suchtkranke Mensch das passende Angebot auswählen.
Selbsthilfegruppen
Für viele suchtkranke Menschen ist die Sucht-Selbsthilfegruppe die erste Anlaufstelle. Hier treffen sich suchtbetroffene Menschen und Angehörige, um sich wechselseitig dabei zu unterstützen, einen Weg aus der Erkrankung bzw. den familiären Belastungen zu finden. Jeder*r bringt die eigenen Erfahrungen und Perspektiven ein. In der Gruppe ist vieles möglich: Du kannst offen über Probleme, und Herausforderungen sprechen, dich bei der Alltagsbewältigung unterstützen lassen, etwas über die Suchterkrankung lernen, dich motivieren lassen, Trost finden, Kraft schöpfen, Verbundenheit erleben und schöne Erfahrungen miteinander teilen... Für die Gesprächsinhalte gilt Verschwiegenheit gegenüber Außenstehenden.
Selbsthilfegruppen treffen sich meist wöchentlich oder in einem anderen festen Rhythmus. Es gibt sowohl Präsenztreffen als auch Online-Angebote. Das Angebot ist kostenlos. Unterstützung der Gruppe.
Beratungsstellen
In Deutschland gibt es etwa 1.300 Suchtberatungsstellen. Diese Einrichtungen bieten Unterstützung für Menschen mit problematischem Suchtmittelkonsum und ihre Angehörigen. Sie helfen dabei, die individuelle Situation zu klären, bieten Beratung und Begleitung an und vermitteln bei Bedarf in weiterführende Hilfeangebote wie ambulante oder stationäre Rehabilitationsmaßnahmen.
Die Arbeit der Suchtberatungsstellen umfasst u.a.:
- Klärung des Hilfebedarfs
- Beratung zu problematischem Suchtmittelkonsum und dessen Folgen
- Begleitung bei der Verfolgung persönlicher Ziele, wie Konsummengenreduktion oder Abstinenz, psychosoziale Stabilisierung und Wiedereingliederung, Begleitung von Angehörigen
- Vermittlung in andere Hilfsangebote
Hier findest du ein entsprechendes Angebot: https://www.dhs.de/service/suchthilfeverzeichnis.
Stationäre Einrichtungen
Der Verzicht auf ein Suchtmittel führt häufig zu Entzugserscheinungen, die in schweren Fällen lebensbedrohlich sein können. Deshalb sollte die Entgiftung immer unter ärztlicher Aufsicht stattfinden, am besten in einer speziellen Entgiftungsstation eines Krankenhauses. Der Krankenhausaufenthalt dauert etwa ein bis drei Wochen. Die Kosten werden in der Regel von der gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung übernommen.
Stationäre Rehabilitationseinrichtungen haben die Aufgabe, Menschen mit Abhängigkeitserkrankungen umfassend zu unterstützen. Sie bieten medizinische, psychotherapeutische und soziale Hilfe, um die Abhängigkeit zu behandeln und die Betroffenen auf ein Leben ohne problematischen Konsum vorzubereiten. Einzel- und gruppentherapeutische Settings unterstützen die Rehabilitanden dabei, die Ursachen der Abhängigkeit zu verstehen, psychische Aspekte der Abhängigkeit zu bearbeiten und Strategien für eine suchtmittelfreie Lebensgestaltung zu entwickeln. Viele Betroffene haben zusätzliche psychische Belastungen oder soziale Schwierigkeiten, die dort bearbeitet werden. Die Kliniken unterstützen dabei, wieder in den Alltag und das Berufsleben zurückzufinden.
Eine stationäre Rehabilitationsmaßnahme kann zwischen 6 und 26 Wochen dauern, je nach Schwere der Problematik und Fortschritt im Heilungsprozess. Die Kosten werden in der Regel vom Rentenversicherungsträger oder vom überörtlichen Sozialhilfeträger übernommen.