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Katholikentag gibt Signal zur Veränderung

Aufbruchstimmung in Süddeutchland

„Neues Engagement für Demokratie und Gemeinsinn“ hat die Präsidentin des Katholikentages, Dr. Irme Stetter-Karp, gefordert. Beim Schlussgottesdienst des Katholikentages am 29. Mai 2022 in Stuttgart sagte sie, die sozialen Folgen der Pandemie seien nicht bewältigt. Auch über die christliche Friedensethik müsse im Angesicht des Ukraine-Krieges neu nachgedacht werden. Von Stuttgart gehe außerdem das Signal an die Kirche „Verändere dich und werde wesentlich!“ Zu lange habe die Kirche Reformen verweigert, zu lange habe sie das „Miteinander der Christinnen und Christen durch Machtmissbrauch gestört und verletzt“, sagte sie: „Das muss aufhören!“ Der Synodale Weg, auf dem die Kirche in Deutschland unterwegs sei, müsse spürbare Veränderungen erwirken.

Die ZdK-Präsidentin zog eine positive Bilanz des Katholikentags. „Nach zweieinhalb Jahren Pandemie sind wir uns wieder begegnet und haben fünf Tage miteinander unser Leben geteilt“, sagte sie. „Wir sind auferstanden aus einer Zeit der Bedrückung und Vereinzelung. Wir sind wieder auf dem Weg zu einer Gesellschaft des Miteinanders“.

Der Bischof der gastgebenden Diözese Rottenburg-Stuttgart, Dr. Gebhard Fürst, zeigte sich überzeugt, dass von Stuttgart ein „starkes Glaubenszeichen für den Frieden“ ausgehe. Schon bei der Eröffnung des Katholikentags hatten zahlreiche Besucher*innen Schals in den Farben der Ukraine in den Himmel gehalten. „Als Christinnen und Christen müssen wir uns mit dem Grauen des Kriegs in der Ukraine und an allen anderen Orten auf der Welt stellen“, forderte Fürst. „Wir teilen mit den Opfern des Krieges unser Leben, wir teilen ihre Trauer und ihre Hoffnung auf einen baldigen Frieden. Ich bin dankbar, dass Politiker höchsten Ranges, unser Bundespräsident und auch Bundeskanzler Scholz, unsere Mitwirkung eindeutig einfordern“, sagte er.

Der Generalsekretär des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Marc Frings, sagte, die katholische Zivilgesellschaft, die den Katholikentag durch das ZdK ausrichte, haben einen Beitrag dazu zu leisten, dass „wir für junge Menschen attraktiv bleiben“. Knapp 40 Veranstaltungen für junge Erwachsene hätten in Stuttgart markiert, dass sich der Katholikentag dieser Altersgruppe besonders annehme. Die fünftägige Veranstaltung müsse sich aber nicht nur um dieser Gruppe willen immer wieder neuen Herausforderungen stellen. „Wo sonst treffen sich so viele Menschen mit so diversen Hintergründen, konfessionellen Zugehörigkeiten und aus so unterschiedlichen Schichten, um über Politik, Gesellschaft und Kirche zu diskutieren?“ Das sei Auftrag dafür, den Katholikentag immer wieder zu verändern und den Bedürfnissen der Menschen anzupassen. Im Blick auf den nächsten Katholikentag in Erfurt 2024 sei das eine spannende Aufgabe.

Am 102. Deutschen Katholikentag haben vom 25. bis 29. Mai 2022 ca. 27.000 Menschen teilgenommen. Bei den rund 1500 Veranstaltungen ging es um die aktuellen Herausforderungen von Kirche und Gesellschaft, darunter insbesondere der Krieg in der Ukraine, die Klimakrise, die Aufarbeitung des Missbrauchsskandals in der Kirche sowie daraus folgende mögliche Reformen.

Wie auf jedem Katholikentag gab es auch in Stuttgart eine Kirchenmeile unter freiem HImmel, wo sich Bistümer, Orden, Hilfswerke, Medien und Verbände präsentierten. Der Kreuzbund-Bundesverband hatte sich wieder der Caritas-Meile angeschlossen, unser Infostand hatte einen guten Standort zwischen Schloss und Fußgängerzone. Wir führten viele Gespräche mit suchtbetroffenen Menschen und Netzwerkpartnern und beantworteten viele Fragen zur Arbeit des Kreuzbundes – ein wichtiger Teil der Öffentlichkeitsarbeit. An dieser Stelle vielen Dank an die Standbesetzung für die Unterstützung!

Aus: Pressemeldung des Deutschen Katholikentages vom 29. Mai 2022

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