Nachricht anzeigen

Beteiligungsprojekt "dazugehören" wird konkreter

Bundesdelegiertenversammlung beschließt nächste Schritte

Die Bedeutung und das Gewicht eines Selbsthilfeverbandes sind eng verbunden mit der Anzahl der Menschen, die im Verband vertreten und aktiv sind. Der Kreuzbund hat ca. 24.000 Gruppenbesucher/-innen und knapp 11.500 Verbandsmitglieder, die sich meist wöchentlich in den bundesweit 1300 Gruppen treffen. Ein Verband dieser Größenordnung benötigt verlässliche transparente Strukturen, damit die Gruppen vor Ort gut arbeiten können. Dafür ist es notwendig, von Zeit zu Zeit kritisch zu prüfen, welche Grundwerte, Normen, Regeln und Rituale erhalten werden sollten und welche veränderungsbedürftig und nicht mehr zeitgemäß sind.

Um den Kreuzbund an die sich wandelnden Anforderungen der Sucht-Selbsthilfe anzupassen und ihn entsprechend zu positionieren, hat die Bundesdelegiertenversammlung im April 2013 den Bundesvorstand beauftragt, ein strategisches Konzept zu entwickeln. Dabei stand im Vordergrund, die gesamte Ausrichtung des Verbandes neu zu überdenken mit Blick auf die Bedürfnisse und Motive der Menschen, die sich dem Kreuzbund anschließen. Ziel ist es, den Kreuzbund zukunftsfähig zu machen. Es folgten die Befragung von bundesweit rund 30 Kreuzbund-Gruppen und eine Zukunftswerkstatt im November 2015.

Im Rahmen der daraus hervorgehenden Beteiligungskampagne „dazugehören“ wurde vereinbart, auf der mittleren Ebene aller 27 Diözesanverbände mit dem gleichen inhaltlichen und methodischen Konzept, der sog. „World-Cafe-Methode“, an den gleichen Fragen zu arbeiten, und zwar bis Ende 2017 auf Gruppenleitungstagungen und Ausschutzsitzungen. Beteiligt waren alle wesentlichen Verbandsebenen, von der Gruppe über die Stadt- und Regionalverbände, die Diözesanebene bis zur Bundesebene. Diese wurde vertreten von je einem Mitglied des ehrenamtlichen Bundesvorstands und einem hauptamtlichen Referenten der Bundesgeschäftsstelle. Dieser erstmalig flächendeckende und direkte Kontakt der Gruppen mit ihrem Diözesanverband und der Bundesebene hat manche Vorurteile aus dem Weg geräumt und wurde von allen Seiten als sehr positiv empfunden. Die inhaltliche Konzeption sah vor, an zwei Themen zu arbeiten, und zwar an der Verbesserung der Willkommenskultur sowie an der Entwicklung zentraler Kernbotschaften.

Die Ergebnisse aller Arbeitstagungen wurden vom Bundesverband zusammengefasst und im Februar 2018 mit Unterstützung des Unternehmensberater Thomas Röhrßen von einem Lenkungsausschuss aufbereitet. Die Bundesdelegiertenversammlung hat dann am 29. April 2018 die Konsequenzen aus dem Gesamtergebnis gezogen und die nächsten Schritte beschlossen. Sie hat den Bundesvorstand und den Bundesgeschäftsführer beauftragt, folgende Arbeitsaufträge in Form von Projekten mit bedarfsorientierter Einbindung von Experten umzusetzen:

  • Die Entwicklung von emotional starken Markenbotschaften des Kreuzbundes auf der Grundlage der Ergebnisse der Beteiligungskampagne (z.B. Videoclips mit Slogans)
  • Die Durchführung einer Wirkungsanalyse zum Kreuzbund-Logo
  • Die Erarbeitung von weiteren Formaten der Beteiligung und Vernetzung der Ebenen im Kreuzbund (Gruppen-, Diözesan- und Bundesebene)
  • Die Entwicklung von niedrigschwelligen analogen und digitalen Angeboten, Methoden und Instrumenten zur Vertiefung der Gruppenbindung
  • Die Erarbeitung einer Digitalisierungsstrategie sowie die Ableitung eines operativen Masterplans zur Digitalisierung

Nachwahl zur Finanzkommision

Durch den plötzlichen Tod von Harm Boontjes (DV Würzburg) war es notwendig, ein neues Mitglied der Finanzkommission zu wählen. Gerald Krieger (s. Foto) stellte sich zur Wahl. Der 52-jährige selbständige Anwalt ist seit 15 Jahren im Kreuzbund und seit zwei Jahren Vorsitzender des DV Würzburg. Weitere Kandidaten gab es nicht. Gerald Krieger wurde in einer offenen Abstimmung bei einer Enthaltung einstimmig gewählt.

Gunhild Ahmann, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit

 

 

Zurück