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Beteiligungsprozess "dazugehören" ist gut angelaufen

Eine Halbzeitbilanz

Ein Wir-Gefühl in einer Gemeinschaft – in einem Verband – im Kreuzbund – kann man nicht verordnen, es entsteht durch Austausch, durch Gespräche, durch gegenseitigen Respekt. Ein Wir-Gefühl entwickelt sich dort, wo Menschen zueinander finden, die ein gemeinsames Schicksal teilen, im wahrsten Sinn eine „Schicksalsgemeinschaft“ bilden und ein gleiches oder ähnliches Ziel verfolgen. Für den Kreuzbund und die Weggefährtinnen und Weggefährten bedeutet das, auf Menschen zu treffen, denen ich auf Augenhöhe begegne, weil sie mich verstehen können. Denn sie haben Ähnliches erlebt.

Gleichwohl stellt der Kreuzbund einerseits einen traditionsreichen Verband mit einer langen Geschichte dar – und da ist es notwendig und sinnvoll, von Zeit zu Zeit innezuhalten und zu prüfen, was erhaltenswert, was aber auch reformbedürftig ist.

Zum anderen ist der Kreuzbund ein mitgliederstarker Verband mit ca. 24.000 Gruppenbesucherinnen und –besuchern, die sich meist wöchentlich in den 1.400 Gruppen, Gesprächskreisen und Info-Gruppen treffen und sich dort austauschen. Ein Verband dieser Größenordnung benötigt auch verlässliche transparente Verbandsstrukturen auf regionaler, diözesaner und nationaler Ebene, damit die Gruppen vor Ort gut arbeiten können.

Als vor knapp zwei Jahren der Beteiligungsprozess „dazugehören“ an den Start gebracht wurde, waren die Verantwortlichen sich darüber im Klaren, dass ein solcher Prozess mindestens zwei Ziele verfolgen sollte. Es sollen und müssen die Werte und Themen benannt werden, die unbedingt erhaltenswert sind, denn sie stellen das Fundament des Kreuzbundes auch als künftige Selbsthilfe- und Helfergemeinschaft sicher. Daneben muss aber kritisch analysiert werden, was veränderungsbedürftig ist, wo möglicherweise sogar Überholtes, nicht mehr Zeitgemäßes aufgegeben werden muss.

Der daraufhin begonnene Prozess verfolgte das Ziel, erstmals im Kreuzbund in allen 27 Diözesanverbänden mit gleichem inhaltlichem und methodischem Konzept (der Methode des World-Café) an den gleichen Fragen zu arbeiten. Beteiligt waren jeweils alle wesentlichen Verbandsebenen, von der Gruppe, über die Stadt- und Regionalverbände, die Diözesanebene bis hin zur Bundesebene – bestehend aus ehrenamtlichem Bundesvorstand und Bundesgeschäftsstelle. Der direkte Kontakt aller Gruppen und Gruppenleitungen mit „ihrem“ Diözesanverband und der Bundesebene wurde – so viel kann schon jetzt festgestellt werden – als äußerst positiv gewürdigt. Und zwar von allen Seiten! Wo gab und gibt es schon einmal die Möglichkeit, sich so unmittelbar und direkt „face to face“ zu begegnen – und das Ganze flächendeckend, bundesweit?

Die inhaltliche Konzeption sah vor, an zwei Themen zu arbeiten, und zwar an der „Verbesserung der Willkommenskultur im Kreuzbund“ sowie an der „Entwicklung zentraler Kernbotschaften“. Ohne den Ergebnissen hier und heute vorzugreifen, darf bereits bilanziert werden, dass beide Themen sich als echte Zukunftsthemen für den Kreuzbund erwiesen haben. Zum jetzigen Zeitpunkt haben in 20 der 27 Diözesanverbände Arbeitstagungen stattgefunden. Die Auswertungen der Ergebnisse dieser Arbeitstagungen auf Diözesanebene werden vom Bundesverband nach und nach zusammengefasst, sodass kein Beitrag verloren geht.

Anfang 2018 wird die Zusammenfassung vorliegen und von einem Lenkungsausschuss für die Präsentation im Rahmen der nächstjährigen Bundesdelegiertenversammlung aufbereitet. Diese hat dann die anspruchsvolle Aufgabe, die Konsequenzen aus dem Gesamtergebnis zu ziehen und die daraus resultierenden nächsten Schritte zu beschließen.

Heinz-Josef Janßen, Bundesgeschäftsführer

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