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Bundesverdienstkreuz für Lydia Kinzig

Lydia Kinzig

Lydia Kinzig (65) hat für ihr langjähriges ehrenamtliches Engagement in der Pfarrei St. Cosmas und Damian Gutweiler und im Caritas-Fachverband Kreuzbund das Bundesverdienstkreuz bekommen. Die rheinland-pfälzische Sozialministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler überreichte ihr die Auszeichnung am 26. Januar 2015 im Beisein von Prälat Franz Josef Gebert, dem Vorsitzenden des Diözesan-Caritasverbandes Trier, und Vertretern des Kreuzbundes. Lydia Kinzig freute sich über die hohe Auszeichnung: „Das ist eine schöne Bestätigung, dass ehrenamtliches Engagement gewürdigt wird.“

In ihrem Heimatort Gutweiler öffnen sich für Lydia Kinzig mit ihrer bescheidenen, herzlichen Art viele Herzen und Türen. Oft sprechen Menschen sie einfach an, um sie um Hilfe zu bitten. Das freut sie besonders, denn sie hat ein spezielles Lebensmotto: „Wenn irgendwo Hilfe gebraucht wird, bin ich da.“. Sie besucht Kranke und bringt ihnen die Kommunion ins Haus, fährt ältere Menschen zum Einkaufen und unterstützt Suchtkranke, die im Kreuzbund gemeinsam einen Weg aus der Alkohol- oder Medikamentensucht herausfinden wollen. Besonders wichtig ist es Lydia Kinzig, Zeit mitzubringen, denn viele Menschen sind einsam. „Da geht es darum, einfach zuzuhören“, berichtet sie. Diese Zeit investiert sie gerne, auch wenn sie sich bei der Vielfalt ihrer ehrenamtlichen Aufgaben manchmal etwas mehr Freiraum für ihre große Familie mit vier Kindern und acht Enkeln wünscht.

Die Arbeit im Kreuzbund, die sie jahrzehntelang mit ihrem 2013 verstorbenen Mann Siegfried leistete und nun alleine weiterführt, liegt ihr besonders am Herzen. Dabei ist es ein besonderer Verdienst von Lydia Kinzig, Frauen in die Arbeit des Verbandes zu integrieren und ihnen Rückhalt zu geben: So baute sie seit 1989 die Frauenarbeit regional und auf Diözesan- und Bundesebene auf, organisierte unermüdlich Seminare, entwarf Gruppenangebote und leitete Gesprächskreise. „Frauen, egal, ob sie selbst suchtkrank oder Partnerin eines Suchtkranken sind, brauchen die Stärkung ihrer Persönlichkeit. Dann können sie auch anders reagieren, beispielsweise die Sucht des Mannes nicht mehr decken und sich von Schuldzuweisungen befreien“, sagt sie.

Neben dieser ehrenamtlichen Tätigkeit engagiert sie sich im Gemeindeleben der Heimatpfarrei in Gutweiler. Dort gestaltete sie 25 Jahre lang die Familiengottesdienste, arbeitete im Pfarrgemeinderat mit und organisierte Fronleichnamsprozessionen und Pfarrfeste. Nach wie vor ist sie als Lektorin tätig und singt mit großer Begeisterung im Kirchenchor. Die Entwicklung in der Pfarrei sieht sie optimistisch: „Viele junge Familien machen mit, zum Beispiel beim Adventsbasar oder bei der Gottesdienstgestaltung. Da ist viel in Bewegung, was mich sehr freut.“

Bei allem Engagement sieht Lydia Kinzig aber auch manches kritisch: „Das Ehrenamt müsste viel stärker unterstützt werden. Das macht mir Sorge und macht unsere Arbeit immer schwieriger“, sagt sie. Obwohl der Verband so vieles bewirkt: Rund 70 Prozent der Alkoholkranken können mit Unterstützung des Kreuzbundes trocken leben. Doch Gruppentreffen und Seminare verursachen Kosten, die allein aus Mitgliederbeiträgen nicht zu finanzieren sind.

Lydia Kinzig wird nicht müde, neue Projekte anzugehen. Ein kleiner Fahrdienst für ältere Menschen in Gutweiler ist ihre neueste Aufgabe, die sie spontan übernommen hat: engagiert, freundlich und bescheiden.

Aus: Pressemitteilung des Diözesancaritasverbandes Trier vom 26. Januar 2015

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