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"Die Glaskugel ist kaputt"

Beauftragte diskutieren über Krisen

Das war die Antwort von einigen Teilnehmenden der Multiplikatoren-Tagung „Kreuzbund-kompakt“ auf die Frage, ob sich die derzeitige Energiekrise auf die Gruppen auswirkt. Die Folgen sind zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht absehbar, so die einhellige Meinung. Für die Tagung vom 14. bis 16. Oktober 2022 im Exerzitienhaus Kloster Salmünster in Bad Soden-Salmünster hatten sich 15 Beauftragte angemeldet, fünf mussten leider kurzfristig wegen Krankheit absagen. Die Veranstaltung wurde geleitet von Otto Fehr, Leiter der Arbeitsgruppe „Kreuzbund-kompakt“, und Gunhild Ahmann, zuständige Referentin des Kreuzbund-Bundesverbandes.

Ein weiteres Thema waren die Folgen der Corona-Pandemie für den Kreuzbund. Langjährige Gruppenmitglieder haben ihre Mitgliedschaft gekündigt, zum Teil haben sich ganze Gruppen ausgelöst. In den Gruppen gab es Konflikte mit Masken- und Impfverweigerern. Als positive Konsequenz sind kreative neue Kommunikationsformen zu nennen, z.B. digitale Treffen oder Aktivitäten an der frischen Luft.

Der Schwerpunkt der Tagung lag auf den Methoden zur Vermittlung von „Kreuzbund-kompakt“, also den wesentlichen Informationen über den Kreuzbund und die Sucht-Selbsthilfe. Mehrere Teilnehmer*innen stellten jeweils einen Abschnitt von „Kreuzbund-kompakt“ vor, beispielhaft für ein entsprechendes Seminar auf Diözesan-Ebene: Ralf Rieß (DV Regensburg) präsentierte das Kapitel „Aufgabenstellung des Kreuzbundes in der Kirche“. Franz Brinkmann (DV Paderborn) hatte sich die Geschichte des Kreuzbundes vorgenommen und Gaby Hub (DV Mainz) die "Grundsätze der Kreuzbund-Arbeit."

Der anschließende Erfahrungsaustausch ergab folgende Empfehlungen für die Seminargestaltung:

  • Das Interesse an Kompakt-Seminaren ist in den Diözesanverbänden sehr unterschiedlich ausgeprägt. Es ist empfehlenswert, dass kleinere DV die Seminare gemeinsam anbieten.
  • Die Seminare, die die Grundzüge der Kreuzbund-Arbeit vermitteln, richten sich an alle Interessierten, an Neueinsteiger*innen und auch an ältere Gruppenmitglieder. Neue Gruppenleitungen sollten auf jeden Fall ein Kompakt-Seminar besuchen. Hilfreich sind Anreize für die Teilnahme, z.B. Kostenübernahme oder interessante Gäste.
  • Die Titel der Kompakt-Seminare sollten möglichst so formuliert werden, dass Interesse und Neugier geweckt werden, z.B. „Hilft der Glaube bei Sucht?“ statt „Sucht und Spiritualität“.
  • Teile von „Kreuzbund-kompakt“ können auch im Rahmen von anderen Kreuzbund-Veranstaltungen behandelt werden, z.B. auf Gruppenleitungs-Tagungen.
  • Nicht alle Kapitel von „Kreuzbund-kompakt“ müssen durchdekliniert werden. Auch ist niemand an die Reihenfolge der Kapitel gebunden. Inhaltlich sollten möglichst die Interessen und Wünsche der Teilnehmenden berücksichtigt werden.
  • Es ist ermüdend, wenn die Seiten von Power-Point-Präsentationen mit zu viel Text überfrachtet werden. Fotos und Grafiken sorgen hier für Auflockerung. Außerdem sollten es nicht zu viele Folien sein.
  • Auch nicht-digitale Vorstellungsmethoden können passend sein und die Teilnehmenden einbeziehen - in Form einer Diskussion im Plenum, Gruppenarbeit oder Einzelarbeit, z.B. zur Frage „Was bedeutet die Kreuzbund-Gruppe für Dich?“ Auch kurze Exkurse, persönliche Beispiele und Musikstücke sind erwünscht, um die Zuhörer*innen nicht nur rational, sondern auch emotional anzusprechen
  • Bei der Geschichte des Kreuzbundes sollte möglichst nicht nur die Verbandsgeschichte im Vordergrund stehen, sondern die Sozialgeschichte, also die Lebensbedingungen der Menschen in der jeweiligen Zeit. Auch der unterschiedliche Umgang mit Alkohol in verschiedenen Ländern und Kulturen könnte beleuchtet werden.

Alle Teilnehmenden lobten die lebhafte Diskussion und den hilfreichen Erfahrungsaustausch. Alle sind sich einig, dass „Kreuzbund-kompakt“ eine Querschnittsaufgabe ist und in viele andere Bereiche hineinwirkt.

Gunhild Ahmann, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit

 

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