Nachricht anzeigen

Eine spannende Tagesordnung

Bundeskonferenz in Stuttgart

Die rund 40 Teilnehmenden der Bundeskonferenz haben sich am 25. /26. November 2017 im Christkönigshaus in Stuttgart mit mehreren zukunftsweisenden Themen beschäftigt. Mit dem Thema „Digitale Welt – digitale Selbsthilfe?“ haben sich gleich zwei Referentinnen beschäftigt. Eva Maria Welskop-Deffaa, seit dem 1. Juli 2017 Vorstand Sozial- und Fachpolitik des Deutschen Caritasverbandes (DCV), berichtete, dass die digitale Transformation inzwischen auch die Wohlfahrtsverbände und fast alle Arbeitsfelder der Caritas erreicht habe. Die Digitalisierung werde zu einer Überlebensfrage für die Caritas. Ihre Herausforderungen werden zurzeit in vier Kommissionen erarbeitet und im kommenden Jahr zu einer digitalen Agenda zusammengefasst.

Neue Formen der virtuellen Kommunikation verändern auch die Sucht-Selbsthilfe. Sie ermöglichen eine neue Form der Kontaktaufnahme mit Menschen, die bisher nicht erreicht wurden, erläuterte Dr. Daniela Ruf, Suchtreferentin des Deutschen Caritasverbandes (s. Foto). „Online-Angebote sind kein Ersatz, aber eine wichtige Ergänzung unseres Angebotes.“ Dieser Haltung schlossen sich die Teilnehmenden der Bundeskonferenz einstimmig an. Wie die Digitalisierung im Kreuzbund konkret aussehen kann, wird zusammen mit dem DCV im Rahmen des Beteiligungsprozesses „dazugehören“ erarbeitet.

„Ältere Suchtkranke besser erreichen“ – dieses Thema hat die Bundesvorsitzende Andrea Stollfuß in einem Impulsvortrag aufgegriffen. Gründe für ein erhöhtes Suchtrisiko im Alter sind Armut, Isolation und Vereinsamung. Trotz steigender Zahlen wird Sucht im Alter oft verharmlost, ignoriert oder tabuisiert. Die Symptome von Alkoholmissbrauch ähneln häufig den Symptomen von Erkrankungen im höheren Lebensalter. So werden Demenz, Schwindel, unsicherer Gang, Bluthochdruck und ein eingeschränktes Aufnahmevermögen oft dem Alter zugeschrieben. Auch herrscht vielfach die Meinung vor, dass sich eine Behandlung nicht mehr lohnt, obwohl der Therapieerfolg ähnlich hoch ist wie bei jüngeren Suchtkranken.

Für den Kreuzbund stellt sich die Frage, ob Menschen, die im Alter suchtkrank werden, eine wichtige Zielgruppe sind und hier spezifische Angebote entwickelt werden sollten. In der Diskussion einigte man sich auf folgenden Standpunkt: Es handelt sich um eine gesamtverbandliche Aufgabe bzw. eine Querschnittsaufgabe aller Ebenen, Strukturen und Arbeitsbereiche im Kreuzbund. Außerdem ist es in diesem Zusammenhang sinnvoll, die „Aufsuchende Arbeit“ zu verstärken. Übereinstimmende Meinung war es auch, dass für diese Aufgabe weitreichende Kooperationen der Sucht-Selbsthilfe mit der beruflichen Suchthilfe, der Altenhilfe, mit Ärzten und Krankenhäusern notwendig sind.

Gunhild Ahmann, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit

Zurück