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Freundschaft - zwischen Sucht und Abstinenz

Erfahrungsaustausch auf Multiplikatoren-Tagung

Die Beauftragten im Arbeitsbereich „Frauen- und Männerarbeit / Gender“, zehn Frauen und acht Männer, sind vom 15. bis 17. Juli 2022 im Tagungshaus St. Ursula in Erfurt zusammengekommen. Weil zahlreiche neue Beauftragte teilnahmen – zur Freude derer, die schon lange die Frauen- und Männerarbeit in ihren Diözesanverbänden voranbringen – widmete sich die Tagung zunächst der Frage, was es heißt, sich für diesen Arbeitsbereich in der Sucht-Selbsthilfe des Kreuzbundes einzusetzen. Hier gab es Erfahrungen auszutauschen und Antworten auf Fragen zu finden, was es mit Gender bei all dem auf sich hat.

Im Mittelpunkt stand jedoch das Thema „Männer-/Frauen-Freundschaft – zwischen Sucht und Abstinenz“. Das Thema „Freundschaft“ mutet zunächst leicht an, doch wenn man dazu angehalten wird, in die Phasen der eigenen Biografie zurückzuschauen (Trinkzeit, Therapiezeit, Abstinenzzeit, Kreuzbund usw.), dann kann das sehr verschieden ausfallen: gute, hilfreiche, treue Freundschaften; Sehnsucht nach Freundschaft, die sich aber nie erfüllte; „Trink-Freundschaften“ usw.; Männer nur mit Freundschaften zu Frauen, nie jedoch zu Männern; Weggefährten-Freundschaften im Kreuzbund; Unsicherheit, ob Vertrauen in einer Freundschaftsbeziehung gerechtfertigt ist.

Es war anregend und berührend zu erfahren, wie Frauen und Männer, ob als Suchtbetroffene oder als Angehörige, das Thema „Freundschaft“ diskutierten und sich über ihre Erfahrungen austauschten.

Schließlich ging es aber auch darum, wie die Beauftragten das Thema in ihren Diözesanverbänden aufgreifen könnten. In Kleingruppen wurde hierzu gearbeitet, und es zeigte sich, dass manche Projekt-Ideen dabei zustande kamen.

Dr. Michael Tremmel

 

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