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Warum steht der Hauptbahnhof direkt am Kölner Dom?

Seminar zur Öffentlichkeitsarbeit

Das war eine vielgestellte Frage auf einer Stadtführung in Köln, die wir im Rahmen des Seminars „Wir gehen raus - Öffentlichkeitsarbeit der Gruppen vor Ort“ machten. Die Antwort darauf kommt später, zuerst einmal zum Seminar selbst, es fand vom 13. bis 15. April 2018 im Maternushaus in Köln statt.  Die Leitung lag bei Steffen Fachinger, Leiter des Arbeitsbereichs „Öffentlichkeitsarbeit“, und Gunhild Ahmann, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit.

Freitagabend ging es nach dem Abendessen um 19 Uhr los. Zuerst gab es eine Vorstellungsrunde, in die direkt einige Fragen eingebunden waren.

  • Ich bin hier weil…
  • Öffentlichkeitarbeit bedeutet für mich…
  • Ich möchte vor allem wissen…

Diese Sätze sollten alle vervollständigen und sich gleichzeitig vorstellen. Es gab Antworten wie z.B. „…um neue Impulse zu finden“ oder “.. um Wege zu finden, den Kreuzbund bekannter zu machen“. Nachdem wir dann im Groben über die Wünsche aller Teilnehmenden Bescheid wussten, beendeten wir den ersten Tag. Den Samstag begannen wir nach dem Frühstück mit einem Vortrag von Gunhild Ahmann zu Grundsätzen der Öffentlichkeitsarbeit im Kreuzbund.

Dann suchten wir geeignete Partner für eine mögliche Zusammenarbeit und kamen zu dem Schluss, dass es gut wäre, mit anderen Selbsthilfeverbänden, wie z.B. Blaues Kreuz in Deutschland, Guttempler, Freundeskreise etc. zu kooperieren. Auch die Kirchengemeinden bieten sich als Partner an, treffen sich doch viele Gruppen in Pfarrheimen. So sind kirchliche Feste eine gute Möglichkeit, die Sucht-Selbsthilfe zu präsentieren. Daher sollten auch die Mitglieder der eigenen Gruppe dazu animiert werden, Aufgaben zu übernehmen.

Um den Bekanntheitsgrad des Kreuzbundes zu steigern, ist es vor allem wichtig, Kontakt zur professionellen Suchthilfe und zum Gesundheitswesen allgemein herzustellen. Da gibt es dann u.a. Caritas, Diakonie, Krankenkassen, Suchtberatungsstellen, Ärzte und Kliniken.

Die Lokalpresse sollte mehr genutzt werden. Dort kommen vor allem persönliche Geschichten gut an. Es gab dann noch verschiedene Kleingruppenarbeiten zur Netzwerkpflege, zu Klinikvorstellungen sowie Medien- und Pressearbeit. Interessant war, dass alle Kleingruppen zu ziemlich ähnlichen Ergebnissen gelangten, vor allem im Bereich der Klinikvorstellungen. Die Meinung war: Letztendlich ist es von den Menschen abhängig, die etwas vorstellen. Sie sollten glaubwürdig und überzeugend sein.

Wir versuchten dann noch, die Vorteile des Kreuzbundes herauszufinden und erkannten ziemlich viele: gemischte Gruppen, Angehörigen Gruppen, suchtmittelübergreifende Gruppen, Gruppen für junge Leute, Frauengruppen, Seniorengruppen, Freizeitveranstaltungen, Seminare, Fortbildung.

Bevor wir den offiziellen Teil des interessanten, aber auch anstrengenden Tages beendeten widmeten wir uns noch den berühmten sechs W, die bei jeder Vorstellung und in jedem Artikel beantwortet werden sollten: Wer? - Was? - Wie? – Warum? - Wo? – Wann?

In der abendlichen Stadtführung erfuhren wir neben vielen interessanten Sachen über Köln dann auch, wieso der Hauptbahnhof quasi direkt neben dem Dom steht. Das beruht laut unserer Stadtführerin darauf, dass dem Domkapitel in der über 600-jährigen Bauzeit im Jahre 1842 mal wieder das Geld ausgegangen war. Also mussten Finanzspritzen besorgt werden. Unter anderem sprachen die Dombauherren den preußischen Staat in Form von König Friedrich Wilhelm IV an. Und der protestantische König bewilligte tatsächlich die erforderlichen Gelder. Allerdings knüpfte er zwei Bedingungen daran: Zum einen sollten die Häuser um den Dom abgerissen werden, um einen freien Blick auf den Dom zu haben. Zum anderen wollte er, wenn er Köln mit dem Zug erreicht, sofort “seinen Dom“ sehen. Und da ein König nun mal nicht gern zu Fuß geht, wurde der Bahnhof eben an seinem heutigen Platz gebaut. Das war die Version unserer Stadtführerin – geschichtlich nicht ganz korrekt, aber eine nette Anekdote. Es war auf jeden Fall ein langer Tag, und wir fielen abends todmüde ins Bett.

Am Sonntagmorgen überlegten wir dann noch zwei Fragen: Wie bekomme ich die Presse dazu, über uns zu berichten? Und wie gestalte ich die Kontaktaufnahme? Es folgte dann auch schon die Abschlussrunde, weil wir noch einen Besichtigungstermin beim WDR hatten. Alle sagten, sie hätten viel Neues gelernt und könnten viel mitnehmen. Zum Schluss bedankten sich alle herzlich bei Gunhild Ahmann und Steffen Fachinger für das tolle Seminar.

Zum Schluss? Das ist nicht ganz richtig. Es stand ja noch die Besichtigung beim nahegelegenen WDR an (s. Foto). Wir sahen zwei Fernsehstudios, z.B. das, in dem die „Sportschau“ und „Hart aber fair“ produziert wird. Die zwei Sendungen werden im gleichen Studio aufgezeichnet. Dann machten wir noch einen Abstecher zum Radio und Hörfunk bzw. in ein Hörspielstudio. Danach war aber wirklich Schluss, und es ging - vollgestopft mit neuem Wissen - wieder nach Hause. Nochmal vielen Dank an Gunhild und Steffen für dieses geglückte Seminar und die tolle Organisation. Noch ein Tipp an alle: Zur Unterstützung der Öffentlichkeitsarbeit gibt es Infomaterialien, wie Flyer, Aufkleber, Infobroschüren, Plakate etc. Diese können unter www.kreuzbund.de kostenlos bestellt werden.

Hans Aretz, Grevenbroich

 

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