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Sucht-Selbsthilfe sichtbar machen
Fachausschuss Sucht-Selbsthilfe NRW feiert Jubiläum
Rund 170 Gäste aus Sucht-Selbsthilfe, professioneller Suchthilfe, Politik und Gesundheitswesen haben am 11. September 2026 im Landtag Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf das 25-jährige Bestehen des Fachausschusses Sucht-Selbsthilfe NRW (FAS NRW) gefeiert. Unter dem Motto „Brücken bauen für mehr Teilhabe und Akzeptanz“ ging es dabei nicht nur um die vergangenen 25 Jahre, sondern vor allem um die zukünftige Rolle der Sucht-Selbsthilfe.
Der Fachausschuss Sucht-Selbsthilfe NRW ist der Zusammenschluss der in NRW arbeitenden Landesverbände der Sucht-Selbsthilfeorganisationen und von rechtlich selbständigen Sucht-Selbsthilfegruppen und Initiativen. Zu den Mitgliedsverbänden gehören die Kreuzbund-Diözesanverbände Aachen, Essen, Köln, Münster und Paderborn. Der FAS NRW setzt sich dafür ein, dass Menschen mit eigener Suchterfahrung und Angehörige nicht nur gehört, sondern an der Weiterentwicklung des Hilfesystems beteiligt werden. Ihr Erfahrungswissen soll als eigenständige Perspektive in Suchthilfe, Politik und gesellschaftliche Debatten einfließen.
Einen zentralen Gedanken des Jubiläums brachte Angelika Schels-Bernards, Vorsitzende des Arbeitsausschusses Drogen und Sucht der Arbeitsgemeinschaft der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege NRW, in ihrer Laudatio auf den Punkt: „Weg von der Vorstellung: Wir beteiligen die Sucht-Selbsthilfe, lassen sie partizipieren. Hin zu der Selbstverständlichkeit: Sucht-Selbsthilfe gestaltet Suchthilfe mit.“
Wie unterschiedlich Erfahrungen und Wege sein können, zeigte das Podiumsgespräch mit Ingo Häfner vom Kreuzbund Mülheim und Björn Peterburs von JES NRW. Im Mittelpunkt standen persönliche Wege aus der Sucht, Drogenkonsumräume und Drogenhilfe sowie unterschiedliche Zugänge zu Unterstützung und Selbsthilfe. Peterburs machte dabei deutlich: „Ein Recht auf respekt- und würdevollen Umgang, den sich keiner erst durch Abstinenz verdienen muss!“ Häfner betonte die Bedeutung des gemeinsamen Dialogs, um „Solidarität und Menschlichkeit gegen den Druck auf das Hilfesystem aufrechtzuerhalten“.
Auch der Sprecher*innenkreis des FAS NRW richtete den Blick auf die kommenden Jahre. Eine Zukunftsperspektive liegt in einer generations- und suchtformübergreifenden Sucht-Selbsthilfe, in der klassische Gruppenangebote und neue Formen von Recovery (Genesung) keine Gegensätze darstellen. Menschen unterschiedlichen Alters und mit unterschiedlichen Suchterfahrungen sollen voneinander lernen und sich gegenseitig unterstützen.
Claudia Middendorf, Beauftragte der Landesregierung für Menschen mit Behinderung sowie für Patientinnen und Patienten in Nordrhein-Westfalen, würdigte den FAS NRW als „unverzichtbaren Partner für das Land Nordrhein-Westfalen“ und als wichtige Stütze für Menschen mit Suchterkrankung und ihre Angehörigen. Dr. Anna Larissa Tonn aus dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW bezeichnete das Jubiläum als „ein Vierteljahrhundert engagierter Arbeit für mehr Teilhabe und Akzeptanz von Menschen mit Suchterkrankung“.
Nach 25 Jahren bleibt der Anspruch des FAS NRW: Sucht-Selbsthilfe sichtbar zu machen, Stigmatisierung abzubauen und dafür zu sorgen, dass Menschen mit Suchterfahrung und Angehörige dort mitgestalten, wo über ihre Lebensrealitäten und die Zukunft der Suchthilfe entschieden wird.
Aus: Pressemitteilung des Fachausschusses Sucht-Selbsthilfe NRW (FAS NRW) vom 15. September 2026 (Foto: Ludolf Dahmen)