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Viele Impulse für die interne Kommunikation

Multiplikatoren-Arbeitstagung "Öffentlichkeitsarbeit" in Würzburg

„Interne Kommunikation“ lautete das Schwerpunktthema der Multiplikatoren-Arbeitstagung „Öffentlichkeitsarbeit“ vom 7. bis 9. Oktober 2016 in Würzburg. Die Leitung hatte das bewährte Team Paul-Michael Leißner, Leiter des Arbeitsbereichs „Öffentlichkeitsarbeit“, und Gunhild Ahmann, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit in der Bundesgeschäftsstelle. Sie hatten zur Unterstützung einen Gastreferenten „engagiert“, und zwar Hermann Hölscheidt, Diözesansekretär der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) in Münster (s. Foto rechts)

Die KAB entstand 1849 als Bildungs- und Selbsthilfeverein und ist ähnlich strukturiert wie der Kreuzbund, d.h. sie gliedert sich in Diözesanverbände, Bezirks- und Kreisverbände sowie Ortsvereine. Bundesweit hat sie rund 125.000 Mitglieder in 2.000 KAB-Vereinen bzw. Ortsgruppen. Die KAB ist anerkannt als Verband mit sozial- und berufspolitischer Zwecksetzung und ist nach den Gewerkschaften die stärkste Arbeitnehmerorganisation in Deutschland. Sie setzt sich vor allem für soziale Gerechtigkeit ein und kämpft z.B. für Mindestlöhne, Mitbestimmung im Betrieb und die Verbesserung familienpolitischer Leistungen.

Am Samstagmorgen wurden dann in vier Kleingruppen positive und negative Punkte der Kommunikation im Kreuzbund gesammelt. Die Ergebnisse waren verblüffend: Das Positive überwog in allen vier Gruppen. Dann ging es an die Analyse nach dem Prinzip „sehen, urteilen, handeln“.

Das Fazit der Diskussion: Auf allen Ebenen (Gruppenmitglieder, Gruppenleitungen, z.T. Regional- und Stadtverbände, Diözesanverbände, Bundesverband) gibt es unterschiedliche Motivationen und (Führungs)-Kompetenzen sowie ein unterschiedliches Selbstverständnis. Vieles funktioniert gut, z.B. die Kommunikation von oben nach unten und vielfach die Kommunikation in den Gruppen. Wir können grundsätzlich auf viele Ressourcen zurückgreifen, v.a. das Engagement der Menschen in den Gruppen. Die Kraft des Kreuzbundes liegt in den Gruppen, dort wird wertvolle Arbeit geleistet, aber zwischen den Ebenen gibt es Kommunikationsprobleme. Die entscheidende Schnittstelle sind die Gruppenleitungen, die z.T. Informationen selektieren, den Informationsfluss blockieren und auf diese Weise eine Kommunikationsbarriere bilden.

Als Knackpunkte definierten die Multiplikatoren im Einzelnen:

  • mangelnde Bereitschaft auf der Gruppenebene, sich an der Verbandsarbeit zu beteiligen
  • fehlende Bereitschaft, Aufgaben zu delegierten, d.h. eine fehlende Kultur des Vertretens
  • mangelndes Verbandsbewusstsein der Mitglieder
  • mangelnde Veränderungsbereitschaft auf allen Ebenen
  • Ohnmachtserfahrungen gegenüber den Entscheidungsträgern „da oben“

Um Einstellungs- und Verhaltensänderungen zu erreichen, wurde folgende Strategie erarbeitet:

  • Wertschätzung und Respekt gegenüber den Funktionsträgern auf allen Ebenen
  • Ersatz der starren Hierarchie in den Gruppen durch „Gruppenkompetenzteams“ von zwei bis drei Personen
  • Unterstützung und Qualifizierung der Gruppenverantwortlichen und Gruppen, z.B. durch regelmäßige Besuche von DV-Vorstandsmitgliedern in den Gruppen, Beratung bei Konflikten, gutes Bildungsprogramm (z.B. kostenlose Seminare für Gruppenleitungen, Kommunikationsschulungen), Hilfe bei der Beantragung finanzieller Mittel, Tipps für die Öffentlichkeitsarbeit, Bereitstellen von Materialien
  • vernünftige Amtsübergabe, d.h. bessere Vorbereitung auf neue Aufgaben durch den Vorgänger
  • u. U. Amtszeitbegrenzung gegen das „Kleben“ am Posten
  • Aufgeschlossenheit gegenüber neuen Medien
  • bessere Vernetzung der einzelnen Arbeitsbereiche
  • begründete Rückmeldungen des Bundesverbandes zu seinen Entscheidungen

Am Sonntagmorgen ging es dann noch um die Aufgaben der Multiplikatoren für Öffentlichkeitsarbeit. Sie sind Schnittstelle und Bindeglied zwischen dem Bundesverband und den Diözesanverbänden, d.h. sie geben Informationen des Bundesverbandes aus dem Arbeitsbereich weiter und tragen umgekehrt Impulse aus den DV an die Bundesebene heran. Ziel ist es, die Gruppen in die Lage zu versetzen, vor Ort gute Öffentlichkeitsarbeit zu machen. Die Bundesebene ist dafür zuständig, den Multiplikatoren das dafür nötige Wissen und nützliche Materialien zur Verfügung zu stellen. Der Bundesverband versteht sich in diesem Sinne als Dienstleister für seine Untergliederungen.

Es gab auch etwas zur Zerstreuung. Der DV Würzburg hatte alle Multiplikatoren am Samstagabend zu einer sehr kurzweiligen Nachtwächterführung durch die Stadt eingeladen. Mit über 60 Kirchen wird sie auch die Stadt der Kirchen genannt. Es gibt viele historische Gebäude zu bewundern sowie eine schöne Fußgängerzone - alles in allem eine beeindruckende Stadt!

Die abschließende Meinung aller Teilnehmenden war, dass es eine der besten Tagungen der vergangenen Jahre war. Grund dafür war auch der Gastreferent Hermann Hölscheidt.

Hans Aretz (Grevenbroich) / Gunhild Ahmann (Hamm)

 

 

 

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