Aktuelles vom Kreuzbund
Bundesdelegierte treffen sich in Siegburg
Weichenstellung für die Zukunft des Verbandes
Neue und moderne Zugänge zur Sucht-Selbsthilfe schaffen, passgenaue Angebote für suchtkranke Menschen und Angehörige entwickeln und eine zeitgemäße Öffentlichkeitsarbeit – damit will der Kreuzbund in Zukunft mehr hilfesuchende Menschen erreichen. Gleichzeitig sollen auch die jetzigen Mitglieder weiterhin im Kreuzbund ihre Heimat finden. Das sind die Ziele des neugewählten Bundesvorstandes, die er gemeinsam mit den Untergliederungen des Verbandes und in Zusammenarbeit mit den hauptamtlichen Mitarbeitenden erreichen will.
Kontinuität in der Spitze
Auf der Bundesdelegiertenversammlung vom 24. bis 26. April 2026 in Siegburg sind die langjährige Bundesvorsitzende Andrea Stollfuß aus Bonn und ihre Stellvertreter Gerhard Iser aus Heppenheim und Franz E. Kellermann aus München mit großer Mehrheit wiedergewählt worden. Rüdiger Blomeyer aus Osnabrück hatte nach neun Jahren nicht mehr für den Bundesvorstand kandidiert und wurde mit viel Applaus verabschiedet. Für ihn rückt Gerald Krieger aus Zeil am Main nach, auch er erhielt eine große Mehrheit der 91 stimmberechtigten Delegierten. Der Jurist hatte bereits verschiedene Funktionen im Kreuzbund, u.a. als Vorsitzender des DV Würzburg und Mitglied der Finanzkommission. Er will sein besonderes Augenmerk auf die Unterstützung der Gruppen legen, den Kern des Verbandes, betonte er in seiner Vorstellung.
Auch die Leitungen der Arbeitsbereiche sind neu gewählt worden. Margit Köttig (DV Mainz) erhielt ein Präsent für ihre langjährige Leitung des Arbeitsbereichs „Abstinent Älterwerden“. Ihre Nachfolge tritt Thomas Scheider (DV Speyer) an. Er will v.a. daran mitwirken, dass ältere Menschen ihre Abstinenz auch in dieser Lebensphase als selbstbestimmte Lebensqualität wahrnehmen. Die weiteren Arbeitsbereichsleitungen Ruth Heuermann, Elisabeth Keller, Maria Weber und Detlev Vietz wollen weiter dazu beitragen, den Kreuzbund zukunftsfähig zu machen. Sie alle erleben ihre ehrenamtliche Mitarbeit in ihren jeweiligen Themenfeldern als motivierend und sinnstiftend und bedankten sich für die gute Zusammenarbeit mit den Referent*innen der Bundesgeschäftsstelle.
Personelle Veränderungen gibt es in der Finanzkommission. Das langjährige Mitglied Herbert Rogge (DV Mainz) wird ab sofort unterstützt von den „Neulingen“ Renate Lutz (DV Rottenburg-Stuttgart) und Walter Oberhäuser (DV Köln). Beide haben beruflich mit Steuern und Buchhaltung zu tun.
Neue Projekte
Vor den Vorstandswahlen hatte Bundesgeschäftsführerin Dr. Daniela Ruf den Jahres- und Geschäftsbericht 2025 und die laufenden und geplanten Projekte vorgestellt. Bereits begonnen hat das Projekt „Moderne Öffentlichkeitsarbeit für die Sucht-Selbsthilfe des Kreuzbundes: sichtbar – nah - engagiert“. Es läuft bis Ende 2027 und setzt sich aus mehreren Teilen zusammen: Die Infostände sollen moderner gestaltet werden, um mehr Besucher*innen anzuziehen. Die Ideen für interaktive und flexibel einsetzbare Infostände werden in einem eigenen Leitfaden veröffentlicht und im bereits vorliegenden „Leitfaden für Öffentlichkeitsarbeit“ ergänzt. Außerdem soll ein Maskottchen für den Kreuzbund entwickelt werden, das als Identifikationsfigur und „freundlicher Botschafter“ der Sucht-Selbsthilfe wirkt. Eine Werbeagentur hat dazu bereits Vorschläge gemacht, über die im Verband abgestimmt wird. Daran angelehnt ist ein Selfie-Spot geplant. Das alles soll die Sichtbarkeit des Verbandes steigern. Das Projekt wird von der BARMER gefördert.
Das dreijährige Projekt „Gemeinsam Zukunft gestalten – Selbsthilfe im Wandel“, gefördert von der DAK Gesundheit, hat ebenfalls bereits begonnen. Im Juni findet ein Kick-off-Workshop mit der Projektgruppe in Münster statt. Ziel ist die Entwicklung einer zukunftsfähigen, beteiligungsorientierten und lebensweltbezogenen Struktur für die inhaltliche Arbeit im Kreuzbund – unter breiter Mitwirkung der Verbandsebenen. Dabei sollen bestehende Arbeitsbereiche weiterentwickelt, flexible Beteiligungsformen geschaffen, neue Zielgruppen erreicht und die Kommunikation und Vernetzung im Verband sowie die Sichtbarkeit nach Außen verbessert und das Wir-Gefühl gesteigert werden.
Ein weiteres Projekt hat den Titel „Digitale Wege ebnen – Menschen erreichen: Weiterentwicklung digitaler Angebote im Kreuzbund“. Dabei geht es im Einzelnen um die nutzerfreundliche und barrierefreie Internetseite des Bundesverbandes, die Weiterentwicklung des Chat-Angebots und die Unterstützung im Umgang mit künstlicher Intelligenz durch einen Leitfaden und ein Online-Seminar.
Gunhild Ahmann, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit
Foto: Der Bundesvorstand mit Bundesgeschäftsführerin Dr. Daniela Ruf (links) und Wolfgang Klose (hinten Mitte), zuständiger Referatsleiter beim Deutschen Caritasverband (DCV)