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Wer sucht uns? Lassen wir uns finden?

Bundesseminar "Sucht-Selbsthilfe online" in Münster

2010 und 2011 fanden die ersten Seminare zum Thema "E-Mail, Chat & Co" statt, seitdem sind einige Jahre vergangen, und die Anforderungen sind deutlich gestiegen. Das war Anlass für ein weiterführendes Seminar mit dem Thema "Sucht-Selbsthilfe online" vom 20. bis 22. Februar 2015 im Liudgerhaus in Münster. Die Leitung hatten Axel Gönnemann und Michael Tremmel.

Axel Gönnemann, Fachmann auf dem Gebiet der Internet-Kommunikation, erschloss für und mit uns die Themen Nettiquette= Verhaltensregeln für das Netz; Persönliche Sicherheit – unsere Spuren im Netz; Datensicherheit und Datenkraken; Netz-Kommunikation, -Interaktion, -Information und effiziente Besucheransprache.

In Gruppen- und Einzelarbeiten erarbeiteten wir – 17 Frauen und Männer aus zehn Diözesanverbänden – die einzelnen Themen. Alles unter dem kritischen Motto: Wir stellen viele Angebote ins Netz. Aber besteht dafür überhaupt eine Nachfrage? Und werden wir, die Sucht-Selbsthilfe-Gruppen des Kreuzbundes, auf den Wegen gefunden, auf denen Smartphone-Nutzer heute ihre Ziele suchen, z.B. mit Hilfe der google-Suchmaschine, verbunden mit google-maps?

Auch das Für und Wider von Online-Sucht-Selbsthilfe stand auf dem Prüfstand. Wir sollten uns zunächst einmal die Frage stellen: Welches Ziel verfolgen wir mit unserem Internetauftritt? Um diese Frage zu beantworten, haben wir uns überlegt, ob sich eher informationsorientierte oder interaktionsorientierte Nutzer/-innen auf unserer Internetpräsenz tummeln? Wir erfuhren Wissenswertes über jede Menge Hilfsprogramme, die eine Verhaltensanalyse der Nutzer/-innen auf unserer Internetseite durchführen können, z. B. google-analytics.

Auch haben wir die folgenden Aspekte betrachtet: Warum wollen wir eine größere Reichweite erhalten? Was haben wir schon geschafft? Wollen wir nicht lieber das, was wir erreicht haben, besser pflegen?

Fazit: Albert Einstein sagte schon: „Mache die Dinge so einfach wie möglich – aber nicht einfacher.“ Wir sollten also schon genau darüber nachdenken, ob man immer alles mitmachen sollte (einschließlich facebooken, twittern etc.). In der heutigen Zeit sind das Internet, das Handy oder auch andere elektronische und onlinegestützte Kommunikationsmittel nicht mehr wegzudenken. Aber wir sollten uns genau überlegen, ob es nicht besser ist, häufiger mal wieder ab- und zurückzuschalten und sich an die Wurzeln der Kommunikation zu erinnern, nämlich an die persönliche, an die face-to-face-Kommunikation. Denn auch eine Online-Sucht-Selbsthilfe ersetzt nicht die Qualität real gelebter und erlebter Gruppendynamiken einer Selbsthilfegruppe.

Melanie Seibel, DV Aachen

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